Otto Wagner (1841-1918) wird zu den weltweit bedeutendsten Architekten an der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderten gezählt und ist deshalb einer der diesjährigen Jahresregenten der Kulturstadt Wien. Er war Stadtplaner, Architekturtheoretiker, Hausherr, Bauunternehmer, Designer uvm. Wagner ist als Architekt Brückenbauer zwischen dem Historismus und der Moderne und er war der Lehrer vieler späterer Architekten. Diesem Umstand ist eine Ausstellung im MAK gewidmet, die noch bis 30. September läuft.

 

….POST OTTO WAGNER…. Von der Postsparkasse zur Postmoderne

Aus dem Atelier Wagners bzw. aus seiner Schule gingen bedeutende Architekten hervor. Wir finden Namen wie Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich, Josef Plecnik, Max Fabiani uvm., die ihrerseits folgende Generationen beeinflusst haben. In drei Kapitel geteilt: Plan und Methode / Typus und Stil / Technik und Material.

Zu letzterem ein Beispiel vom Vorbild Wagner: die Glaselemente vom Hallenboden in der Postsparkasse und dazu die Erklärung wie die Idee von der folgenden Generation übernommen und weiterentwickelt wurde.

 

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POST OTTO WAGNER, MAK, Foto mit freundlicher Genehmigung von MAK

 

wichtig: das Leihheft ausborgen!

 

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POST OTTO WAGNER, MAK, Zentralraum, Foto mit freundl. Genehmigung von MAK

 

Im Wien Museum gedenkt man dem Genie mit einer umfassenden Ausstellung in 12 Schritten. Schlichter Titel: OTTO WAGNER. Mehr braucht es auch nicht. Neue Forschungsergebnisse konnten einfließen – wie zum Beispiel der helle Farbanstrich der Geländer -, alle Geheimnisse um Wagner wurden jedoch noch nicht gelüftet. Otto Wagner begegnet man in Wien oft, Stadtspaziergänge empfehlen sich. Bekannt ist aber auch, dass man ihm vielerorts nicht begegnet. Doch das ist eine andere Geschichte. Einiges dazu erfährt man in dieser Ausstellung. Sie ist noch bis 7. Oktober zu sehen.

Ich habe begonnen, wie wahrscheinlich viele heuer, bewusst einige Wagner-Werke anzusteuern. Bewusst heißt bei mir mit Kamera. Es gibt sicher bessere Bilder als meine, aber vielleicht können sie meine Leser animieren gleiches zu tun und Wien wieder einmal zu erwandern.

Mit der U4 unterwegs. Diese U-Bahn-Strecke beruht auf der alten Wagner-Trasse und einiges ist noch erhalten. Man spricht vom typischen Otto Wagner-Grün. Die Geländereinfassungen entlang der von ihm konzipierten Stadtbahntrasse waren ursprünglich jedoch Hellbeige, ja fast Weiß.

 

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Geländer beim Donaukanalkai Schwedenplatz, Otto Wagner

 

Wo anders haben die Geländer ein Ornament, das an eine Sonnenblume erinnert.

 

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Geländer am Wien-Fluss beim MAK, Otto Wagner

 

Die Sonnenblumen finden sich als Dekoration auch auf dem Stadtbahnpavillon Karlsplatz.

 

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Die Pavillons sind sehr unterschiedlich gestaltet. Ein weiteres Beispiel beim Stadtpark, wo sich der Pavillon an den Eingangsbereich des Parks und der Wienflußbebauung von Obmann und Hackhofer anschmiegt.

 

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Eingangsbereich Stadtpark von Fr. Obmann u J. Hackhofer, im Hintergrund: Stadtbahnpavillon Station Stadtpark von Otto Wagner

 

Auch hier findet sich eine Variante des Motivs der Sonnenblume…

 

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Die Sonnenblume findet sich auch auf einem Haus auf der Linken Wienzeile wieder. Liebenswürdigerweise hat jemand Sonnenblumen auf dem Balkon gepflanzt. Ein besonderer Blickfang.

 

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Majolikahaus, Linke Wienzeile 40, Otto Wagner

 

Die Vergleiche ließen sich unendlich lang fortsetzen. Doch nun geht es zur dritten interessanten Ausstellung, zur Postsparkasse.

 

….Und die Postsparkasse als begehbares Ausstellungsobjekt

Die Postsparkasse wurde zwischen 1904 und 1912 errichtet und ist eines der Hauptwerke Wagners. Als kleines Kind durfte ich manchmal mit meinem Großvater in die Postsparkasse mitgehen. Ich war von der Mächtigkeit des Bauwerks tief beeindruckt. Vom großen zentralen Raum mit den vielen Kassen, die sich mit ihren Wänden abweisend und Ehrfurcht gebietend zu den Kunden zeigten. Die Sitzgelegenheiten erschienen mir unerreichbar hoch und eher unbequem zu sein. Inzwischen ist die Halle leer, die Menschen stehen nicht mehr in der Schlange vor den Kassen, die Banknoten werden nicht mehr gezählt. Es war ein eigenes Geräusch, wenn das Papier immer und immer wieder den Fingern der Bankbeamten entglitt. Damals hießen die hier Tätigen noch Bankbeamten und ein Kassier war eine Respektsperson. Die heilige Halle hat heute nicht mehr die Atmosphäre von damals und es gibt noch einige weitere Veränderungen wie moderne Bankomaten. Interessant ist sie allemal und man findet unendlich viele Fotomotive.

 

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Postsparkasse, Otto Wagner

 

Das Tor in die Wagner-Welt.

 

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Postsparkasse, Otto Wagner, Eingang: Drehtür

 

Kassensaal und WAGNER:WERK (Museum) sind auch in Zukunft zu besichtigen: Montag bis Freitag von 10.00 bis 17.30 Uhr. Eine kleine Ausstellung befindet sich im kleinen Kassensaal und der Film ist schon wegen der Aufnahmen sehenswert (Zeit einplanen).

 

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Kassenhalle in der Postsparkasse, Otto Wagner

 

Kassenhalle „andersrum“ fotografiert. Mit Blick zum Ausgang. Am Boden die Glassteine. Bei sommerlichem Sonnenschein ist die Wärme und das Glitzern kaum auszuhalten.

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