Noch bis 24. Juni ist die Ausstellung über den Universalkünstler Man Ray (1890-1976) im Wiener Kunstforum zu sehen. Rund 200 Werke zeigen den „ganzen“ Man Ray. Eine gute Gelegenheit sich mit dem Oeuvre des vielseitigen Künstlers auseinanderzusetzen.

„Wenn ich die Courage gehabt hätte, wäre ich ein Dieb oder Gangster geworden. Ich hatte sie nicht, also wurde ich Fotograf.“

Man Ray, von dem dieses Zitat stammt, ist uns in Europa heute hauptsächlich als Autor von richtungsweisenden fotografischen Werken bekannt. Wer kennt nicht „Noire et Blanche“ (siehe Titelbild) oder „Violon d’Ingres“?

 

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Man Ray, Violon d’Ingres, 1924 (1990), Courtesy Galerie Johannes Faber, Copyright MAN RAY TRUST/Bildrecht, Wien, 2017/18

 

Er war aber nicht nur ein künstlerischer und sehr erfolgreicher Modefotograf.  Er war auch ein Experimentator auf diesem Gebiet.

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Man Ray, Tränen, 1933 (1959), Silbergelatineabzug, Museum Abteiberg Mönchengladbach, Copyright: Foto: Ruth Kaiser, Copyright: MAN RAY TRUST/Bildrecht, Wien, 2017/18

 

Die Rayografie geht auf ihn zurück (kameralose Fotografie).

Man Ray wurde als Emmanuel Radnitzky am 27. August 1890 in Philadelphia/USA geboren. 1912 änderte die Familie offiziell ihren Namen und Emmanuel  auch seinen Vornamen. Er war außer Fotograf auch Maler, Zeichner, Filmregisseur, Autor, Objektkünstler und vieles mehr. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet.

Er lebte abwechselnd in den USA und Frankreich, nahm an der Kunstszene in beiden Ländern gleichermaßen teil. 1915 wurde die erste Einzelausstellung in New York gezeigt. Im selben Jahr hatte er Marcel Duchamp kennengelernt. Mit ihm sollte ihn eine lange Freundschaft verbinden. Künstlerisch ließ er sich von den Readymades beeinflussen. Duchamp war es auch, der ihn mit den Dadaisten in Paris bekannt machte, wo er im Sommer 1921 angekommen war. Er lernte André Breton, Paul Éluard, Louis Aragon, Jacques Rigaut, Philippe Soupault und Tristan Tzara kennen. Schon im Dezember hatte er seine erste Einzel- und zugleich Dada-Ausstellung in Paris. 1926 zeigte er in der Galerie Surréaliste übrigens hauptsächlich Bilder aus der Dada-Periode. Er fand sie passten auch zum Surrealismus. In diese Jahre fällt auch seine Filmtätigkeit. Als erfolgreicher Modefotograf reiste er zwischen den Kontinenten. Von 1940 bis 1950 lebte Ray in Amerika. 1951 kehrt er nach Frankreich zurück und setzt sich mit der Fotografie nur mehr „privat“ auseinander, legt den Schwerpunkt auf die Malerei. 1976 verstirbt er in Paris.

 

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Man Ray, Cadeau, 1921/1958, Bemaltes Bügeleisen und Nägel, The Museum of Modern Art, New York, James Thrall Soby Fund, 1966 Copyright 2017 Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florenz Copyright MAN RAY TRUST/Bildrecht, Wien, 2017/2018

„Meine Werke sind darauf angelegt zu amüsieren, zu verärgern, zu verwirren, zu verblüffen und zur Reflexion anzuregen.“

 

MAN RAY bis 24. Juni 2018

Weitere Informationen: http://www.kunstforumwien.at

 

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