Das erste Jahr Pflegeundkunst wäre geschafft! Am 10. Oktober 2016 habe ich diesen Blog eingerichtet. Ich hatte eine Einladung zu einer Pressekonferenz mit inklusivem Angebot des Belvedere bekommen und es tat mir leid nicht publizieren zu können. Dann fiel mir ein, dass mir eine Pressereferentin eines Museums einige Zeit vorher gesagt hatte: „Warum publizieren Sie nicht im Internet?“ Ja warum? Ich kannte mich nicht aus, dachte Facebook sei das Maß all (jen)er Dinge, die ich nicht kannte. Dann kam mir zu Hilfe, dass mir eine IT-affine Freundin von ihrem Blog erzählt hatte und ich begann zu recherchieren. Und dann kam ich auf wordpress.com und mein Spieltrieb erwachte und ich richtete eine Adresse ein. Das ist im Zeitraffer was in zwei Tagen passierte, weil ich musste zunächst einen guten Titel finden für die Adresse. Der Titel sollte zusammenfassen, was mir wichtig war und was der eigentliche Inhalt meiner Artikel sein sollte. Also kam ich neben der Kunst, die mich seit meiner Kindheit beschäftigt, auf Pflege. Pflege ist das, was mich jetzt beschäftigen MUSS.

Und nun – ein Jahr später –  ergibt es sich, dass ich wieder über ein inklusives Thema berichten kann. Es trifft sich wirklich gut, dass VIENNA DESIGN WEEK war und ich zu einem Talk „Inklusiv, analog und digital“ zur Firma Nous gehen konnte.

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von links nach rechts: Heidrun Schulze/Verein ScienceCenter Netzwerk, Max Arends/Nous, Luise Reitstätter/Akademie d. Bild. Künste, Katharina Anna Götzendorfer/Eye to Ear, Linda Miesen/Tactile Studio

Mir war der Name der Firma Nous bekannt von einer Präsentation von „Eye to Ear“ im Kunstforum. Ich habe darüber berichtet: Ein Programm für Museumsbesucher, die entweder sehbeeinträchtigt, blind oder sehend sind und mittels Tablet zu zehn Bildern geführt werden und dort über Bild und Malerin hören und die Farben und Formen mittels Geräuschen erfahren. Für ein Aha-Erlebnis hier das Foto:

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Präsentation von Eye to Ear von Götzendorfer/Blöchl und Fa. Nous

Bei dem Talk wurde diese App präsentiert und sie war auch als Station zu testen.

Ebenfalls zu er-testen bzw. er-tasten ein Relief für Blinde, das eine französische Widerstandskämpferin darstellt. Geneviève de Gaulle-Anthonioz (1920-2002) gehört zu den ersten Frauen, die im Panthéon einen Ehrenplatz erhielt. Für eine Ausstellung wurden vier Reliefs für Blinde und Sehbeeinträchtigte hergestellt. (siehe Titelfoto)

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Plakat Vienna Design Week 2017 beim Talk

Diese Firma hat derzeit laut Homepage des KHM den Auftrag ein Relief für die Bruegel-Ausstellung im Jahr 2018 herzustellen. Dafür werden noch Spender gesucht.

Tactile Studio hat sich auch auf „Design für Alle“ spezialisiert. Anders gesagt soll Menschen mit und ohne motorische oder kognitive Behinderung oder Beeinträchtigung der barrierefreie Zugang zu Ausstellungen ermöglicht werden. Interessant auch das „sinnliche“ Angebot: zb Duft, Gestank (wie riecht eine Latrine) oder Gewicht (wie schwer ist ein Kettenhemd).

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Studio Tactile, barrierefreie Kunstvermittlung

Das dritte – ScienceCenter Netzwerk – ist ein barrierefreies Bildungsangebot, das Integration fördern soll, unabhängig von Bildungsstand, Alter, Geschlecht und Herkunft. Berührungsängste sollen abgebaut und eigene Fähigkeiten entdeckt und ausgebaut werden. Der Weg dazu: in leeren Lokalen in „sensiblen Zonen“ in Wien werden für zwei bis drei Monate  maßgeschneiderte Minilabors eingerichtet.

Auf den Punkt gebracht: in den Museen wird mit Hilfe neuer Methoden daran gearbeitet KunstVERMITTLUNG barrierefrei im erweiterten Sinn, nämlich FÜR wirklich ALLE (unabhängig vom Alter, vom körperlichen und geistigen Zustand und von der  Vorbildung), zu gestalten.

Links:

Mein Artikel „Eye to War – Klangbilder im Museum“ vom 26. Februar 2017

https://pflegeundkunst.wordpress.com/2017/02/26/eye-to-ear-klangbilder-im-museum/

Videopräsentation mit Kommentaren in englischer Sprache – http://eyetoear.com

Projektpräsentation, deutscher Text – http://www.nousdigital.net/de/our-showroom/gallery-audible-images/

KHM sucht Spender für Bruegel 2018:  https://www.khm.at/unterstuetzen/bruegel-barrierefrei/

http://www.tactilestudio.de

http://www.science-center-net.at

P.S.: Das ist die Sicht auf den Talk am 3.10.2017 von Nousdigital http://www.nousdigital.net/de/blog/inklusion-analog-digital/

 

P.S. vom 24.10.2017: „Eye to Ear“ ist in den USA nominiert worden und ich habe das von Facebook kopiert

NOUSdigital
Gestern um 09:50 ·
We’re finalists! „Eye to Ear – Gallery of Audible Images“ has been shortlisted for the International Design Communication Awards 2017, in the ‚Best App‘ category.
Finalists – IDCA 17
Final results will be announced during the awards ceremony, which is to take place in Los Angeles on 8 November 2017 during the 19th edition of the international conference Communicating the Museum.
AGENDACOM.COM

Und hier auch der Link dazu:
http://www.agendacom.com/idca-17/finalists/

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