1796 gilt als Geburtsstunde der Homöopathie. In diesem Jahr publizierte Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann, Arzt, medizinischer Schriftsteller und Übersetzer – er beherrschte sechs tote und lebende Sprachen – seine „Simile-Regel“, die er auf dem berühmt gewordenen Selbstversuch mit Chinarinde gegen „Wechselfieber“ von 1790 und folgenden weiteren Versuchen begründete. Seine Theorie: „Similia similibus curentur“ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt). Übersetzt in unsere Sprache bedeutet es, dass eine „Arznei, die beim Gesunden Symptome hervorruft, die denen einer Krankheit ähnlich sind, /…/ diese Krankheit zu heilen“ vermag.

Hahnemann wurde am 10. April 1755 – deshalb ist der 10. April Tag der Homöopathie – in Meißen als Sohn eines Porzellanmalers geboren. (Er verstarb am 2. Juli 1843 in Paris.)  Er studierte zunächst Medizin in Erlangen, kam dann nach Wien ans Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, wo er bei Joseph von Quarin, der Leibarzt bei Hofe war, studierte.
Anton Störck, ebenfalls Leibarzt am Hofe Maria Theresias, führte damals Arzneiprüfungen mit Urtinkturen durch. Hahnemann dürfte damit Bekanntschaft gemacht haben. Ein weiterer entscheidender Schritt in der Entdeckung der Homöopathie war die vom schottischen Arzt William Cullen beschriebene Wirkung der Chinarinde bei der Erkrankung an Malaria. Der Rest ist Medizingeschichte.

Foto: Farmacia della Madonna , dei Dottori del Torre
Foto: Homöopathie nach Hahnemann, historische Fläschchen aus der Farmacia alla Madonna dei Dottori del Torre, Italia

Homöopathische Arzneimittel werden inzwischen nicht nur aus Pflanzen, Tieren, Mineralien, Nosoden (u.a. Mikroorganismen) und zwar nach streng geregelten Richtlinien hergestellt, sondern auch z.B. aus Pharmaka wie Penicillin oder Hormonen. Am bekanntesten sind wohl die Globuli in D-, C- und LM-Potenzen. Es gibt aber auch Tabletten, Tropfen, Sprays, Zäpfchen, Salben und Injektionsampullen.
Zunächst wird eine Ursubstanz gewonnen, die dann potenziert, dh schrittweise verdünnt, verschüttelt wird. Schrittweise deshalb, weil der pharmazeutische Effekt der Potenzierung nur bei schrittweisen, seriellen Verdünnungsverfahren gegeben ist und nicht bei einer „normalen Verdünnung“. Das ist wichtig zu wissen, denn hieraus ergaben sich Kritikpunkte. In den USA gelten homöopathische Mittel als Nahrungsergänzung und werden nicht nach strengen Regeln kontrolliert hergestellt wie in Europa. Diese Methoden haben leider dem Ruf der Homöopathie geschadet.

Die Mittel sollten kühl und trocken aufbewahrt werden und nicht in der Nähe von elektromagnetischen Feldern (Handy, PC, TV-Gerät etc.) oder stark riechenden Stoffen wie Gewürzen oder ätherischen Ölen.

Nicht zu verwechseln sind die homöopathischen Mittel mit Phytotherapie, Bachblüten, Aromatherapie etc.

Homöopathie wird der Medizin (Heilkunde), der Komplementärmedizin (ergänzend zur Schulmedizin u.a. wegen der Anregung zur Selbstheilung) und der Ganzheitsmedizin (der Patient wird in seiner seelisch-körperlichen Gesamtheit gesehen) zugerechnet. Als Unterscheidungskriterien und Abgrenzung zur Schulmedizin wird von Seiten der Homöopathie betont, dass sie sich nicht allein um die Behandlung der Krankheit kümmere, sondern vielmehr um die Wiederherstellung der Gesundheit durch Anregung zur Selbstheilung – ein völlig anderer Ansatz. In Österreich gibt es eine von der Ärztekammer zertifizierte Zusatzqualifikation von Allgemeinmedizinern (ÖAK-Diplom „Komplementäre Medizin: Homöopathie“).

Nun zu Neuigkeiten auf „politischer Ebene“:

Im Oktober 2016 wurde die parlamentarische Petition „Homöopathie als Kassenleistung“ übergeben. Bis zur nächsten Sitzung im Juni 2017 können noch Unterstützungserklärungen abgegeben werden. (www.parlament.gv.at)

Weiters gibt es eine neue Publikation zur täglichen Praxis von HomöopathInnen mit interessanten Fallbeispielen aus der Praxis. Integriert ist auch die Auflistung einer kleinen Hausapotheke. Kleiner Schönheitsfehler: Potenz und Einnahme stehen nur beim ersten Mittel. Dr. Erfried Pichler (Hg.), Homöopathie. Medizin der feinen Unterschiede, Verlagshaus der Ärzte 2017

Weiterführende Links: http://www.homoeopathie.at und http://www.homoeopathiehilft.at

Quelle: hennrich-pr.at für ÖGHM und o.g. neu erschienenes Buch von Dr. E. Pichler

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