Am 29. Jänner wurde in diesem Blog u.a. über die inklusiven Angebote in der Albertina berichtet. In dem Artikel finden Sie bereits einige Informationen.

Ich habe mich jedoch in der Zwischenzeit mit der für die Führungen verantwortlichen Kunsthistorikerin, Frau Mag. Ines Groß-Weikhart, getroffen, um Näheres aus der Praxis zu erfahren. Schließlich sollen sich Interessierte einen Besuch im Museum vorstellen können.

Zu den Führungen im allgemeinen: Sie richten sich prinzipiell an alle Museumsbesucher. Es gibt dazu nach Bedarf Gruppenführungen je nach Zielgruppe. Das Team um Groß-Weikhart ist hierfür speziell geschult worden. Die Zusammenarbeit ist mit Interessenvertretungen erfolgt,  z.B. der Hilfsgemeinschaft für Blinde und Sehschwache. Dazu wurden Brillen, Augenklappen und Taststöcke benützt. Seit bekannt wurde, dass ein Handy mit Kamerafunktion für Sehschwache von Nutzen ist, weil man damit das Bild fotografieren  und heranzoomen kann, um es besser erfassen zu können, ist das Handy/Fotoverbot im Museum aufgehoben worden.

Demenz

Leicht bis mittlere Form von Demenz, Gruppengröße bis zu acht Personen plus jeweils eine Begleitperson (also bis zu 16 Personen), ein Guide

Vorarbeit: bis zu fünf Bilder können vorab an die betreuenden Personen geschickt werden, die anschließend mit den an Demenz erkrankten Menschen zwei Bilder aussuchen, die im Museum besprochen werden.

Die Bilder sind in der Albertina barrierefrei zugänglich, die Teilnehmer erhalten Namensschilder, werden einzeln begrüßt und es gibt für jede/n einen Sitzplatz. Es wird „museumspädagogisches Material“ hinzugezogen, das alle Sinne anspricht, dh passend zu den Bildern Orangenöl, eine offene Fischdose, ein Korb und Hüte. Aus Stimmungsfragen entspinnt sich ein Dialog und eine Reise in die Erinnerung.

Sehbeeinträchtigte

Eines vorweg: es gibt hier im Unterschied zu Belvedere und KHM keine 3 D-Modelle. Wegbeschreibungen, Lupen etc. sind vorhanden. Blindenführhunde dürfen ins Museum, eine Begleitperson erhält freien Eintritt.

Für Rollifahrer

gibt es nicht nur im Internet eine Wegbeschreibung, sondern auch an der Kassa einen extra Führer.

Gehörlose

erhalten Induktionsschleifen, damit das Audiosystem nicht rück koppelt. Der Gebärdendolmetsch ist nicht von den Teilnehmern zu bezahlen.

Und zu guter Letzt: „Leicht lesen“ …

… für Homepage und Drucksorten ist in Arbeit.

Weitere Informationen: http://www.albertina.at

Anmeldung und Rückfragen: besucher@albertina.at

Advertisements